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Ausbildung im THW − flexibel und vielschichtig

Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Der Schlüssel für den Erfolg einer Einsatzorganisation liegt ohne Zweifel bei den Menschen. Wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen müssen, nicht die Zahl der Fahrzeuge, der Zustand der Unterkunft oder die Arbeit der Verwaltung sind das Maß aller Dinge. Die Kompetenz, das Können und die Motivation der Helferinnen und Helfer sind entscheidend.

Deswegen legt das THW besonderen Wert auf die Ausbildung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und geht dabei neue Wege. Für Helferinnen und Helfer, die aus beruflichen oder privaten Gründen für einen Lehrgangsbesuch unabkömmlich sind, werden zu bestimmten Themen Fernlehrgänge angeboten. Interaktive Lernsoftware ist dabei ebenso hilfreich wie Ausbildermappen auf CD-ROM. Ansonsten findet die Ausbildung auf örtlicher und regionaler Ebene sowie an den beiden Standorten der THW-Bundesschule und bei externen Ausbildungsträgern und Einrichtungen statt.

Besonderen Wert legt das THW auf die Ausbildung des THW-Nachwuchses. In den Jugendgruppen lernen die Jungen und Mädchen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren in spielerischer Form, wie aus sachgerecht und sinnvoll angewandter Technik wertvolle Hilfe werden kann. Immer kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Schließlich sind Zeltlager, Spieleabende oder Ausflüge für die Entwicklung sozialer Kompetenzen mindestens genau so wichtig, wie das Erlernen handwerklicher Fähigkeiten und der verantwortungsbewusste Umgang mit THW-Technik.

Ausbildungsübersicht

Grundausbildung (ehemals Basisausbildung I)

Alle Helferinnen und Helfer erhalten in rund 75 Unterrichtsstunden eine bundesweit einheitliche Grundausbildung in ihrem Ortsverband. Neben allgemeinen Informationen über den Katastrophenschutz und das Einsatzgeschehen wird der richtige Umgang mit Werkzeugen und Geräten vermittelt. Nach dem erfolgreichem Abschluss der Prüfung werden die Helferinnen und Helfer den Einheiten des THW, den verschiedenen Fachgruppen, zugewiesen.

Fachausbildung (ehemals Basisausbildung II)

Alle Fachgruppen haben einen unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkt. Dies macht eine weitere Qualifikation im Anschluss an die Grundausbildung erforderlich. Alle Helferinnen und Helfer erhalten daher in der Fachausbildung eine fachgruppenspezifische Ausbildung. Diese befähigt sie, mit den Geräten und Arbeitsmethoden ihrer spezialisierten Einheit den Einsatzauftrag zu erfüllen. Helfer, die berufliche Qualifikation mitbringen, müssen natürlich nicht mehr das gesamte Ausbildungsprogramm absolvieren, sondern schließen nur noch eventuell vorhandene Lücken.

Fortbildung (ehemals Basisausbildung III)

Die Fortbildung beinhaltet Ausbildungsmaßnahmen für gesetzlich vorgeschriebene Ausbildungsgänge wie Seminare zur Ladungssicherung, Gabelstaplerfahrer etc.. Auch werden die in der Fachausbildung angebotenen Themen in Fortbildungsseminaren nun noch mal vertieft.

Bereichsausbildung

In allen Fachgruppen werden Helfer mit Sonderfunktionen gebraucht. Dies können Kraftfahrer, Atemschutzgeräteträger, Sprechfunker, IT-Fachkräfte oder Köche sein. Für sie werden auf regionaler Ebene Bereichsausbildungen angeboten.

Führungskräfteausbildung

Auch das Führen der Einheiten − gerade auch unter Einsatzbedingungen − will gelernt sein. Das THW bietet den ehrenamtlichen Führungskräften, vom Truppführer bis hin zum Ortsbeauftragten, eine Fülle verschiedener Lehrgänge an.

Zwei Ausbildungsstätten für das THW

In Hoya bei Bremen und Neuhausen bei Stuttgart betreibt das THW zwei eigene Ausbildungsstätten. Entlang der Weser bei Hoya verfügt das THW über einen Wasserübungsplatz, der wie geschaffen ist für Lehrgänge zum Erwerb von Bootsführerscheinen oder Kenntnissen in der Deichverteidigung und im Hochwasserschutz. Auch der Brückenbau ist nur eines der zahlreichen interessanten Angebote aus dem umfangreichen Lehrgangskatalog in Hoya.

Doch auch die Ausbildungsstätte in Neuhausen bei Stuttgart hat einiges zu bieten, wie zum Beispiel Sprenglehrgänge oder spezielle Vorbereitungen für Auslandseinsätze − sei es zur Logistik oder für Einsatzleiter im Ausland. Regelmäßig bietet die Schule in Neuhausen internationale Lehrgänge für Führungskräfte der Vereinten Nationen an.

Beide Einrichtungen beschäftigen sich zudem aktiv mit der Fortentwicklung des THW. Hoya nimmt am Pilotprojekt "Umweltmanagement in Bundesbehörden" teil und Neuhausen schafft mit seinem regelmäßigen Fachkongress "Neuhausener Tage" ein Forum zur Diskussion aktueller Fragen rund um den Zivil- und Katastrophenschutz. So hatten die Teilnehmer der verschiedensten Organisationen im Jahr 2002 die Möglichkeit, mit dem Einsatzleiter zur Bewältigung der Folgen des Terroranschlages von Washington am 11. September und Vertretern des FBI zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die Frage möglicher Konsequenzen für deutsche Behörden und Rettungskräfte durch die Terroranschläge in den USA.

Attraktive Ausbildung für die Jugend

2003 ist die Ausbildung der Mädchen und Jungen zwischen 10 und 17 Jahren komplett überarbeitet worden. Herausgekommen ist eine spannende und zeitgemäße Ausbildung, die in einem Leitfaden in verschiedenen Themenkatalogen zusammengefasst wurde.

Themenkatalog 1 - Spiel, Spaß, Spannung

Teil 1 umfasst die freie Jugendarbeit. Hier soll die persönliche und soziale Entwicklung der Junghelfer in der Gemeinschaft gefördert werden. Auf dem Programm stehen Spiel- und Spaßaktionen, Wanderungen, Besuche anderer Jugendgruppen, Fahrten, Zeltlager und vieles mehr.

Themenkatalog 2 - Lernen wie die Großen

Nicht ganz so locker geht es im Teil 2 zu. Er enthält alle Lerninhalte der Grundausbildung. Die 14- bis 17-jährigen Junghelferinnen und Junghelfer sollen schließlich während ihrer Zeit in der Jugendgruppe auf den Dienst als aktive Helferinnen oder Helfer vorbereitet werden und schon wesentliche Inhalte der Fachausbildung beherrschen lernen. Die Altersgruppe der 10- bis 13-Jährigen wird aber keinesfalls ausgeschlossen. Auch sie sollen die entsprechenden Themengebiete vermittelt bekommen, sofern eine persönliche Gefährdung (z.B. infolge Lärm oder unzumutbarem Kraftaufwand) ausgeschlossen werden kann.

Themenkatalog 3 - Darf's ein bisschen mehr sein?

Erweitert werden die Lerninhalte aus den Teilen 1 und 2 mit dem dritten Abschnitt des Themenkatalogs. Je nach den örtlichen Gegebenheiten können weitere Elemente der Ausbildung der Erwachsenen in den Dienstplan einbezogen werden. Hierzu zählen beispielsweise Stege- und Brückenbau, Deichverteidigung oder das Fahren auf dem Wasser.


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